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  • Schulpfarrerin Alexandra Neserke steht während der Corona-Krise für Seelsorgegespräche unter folgender Telefonnummer zur Verfügung: 06253 970067


    hier geht es zu einer kleinen OSTERGESCHICHTE






    Grußwort zum 05.04.20

                                                                     „... dass Du hörst.“                                                                  

    Es gibt Zeiten, Gott,
    da weiß ich nicht,
    wie Du bist, ob Du bist,
    da ist es nur wichtig,
    dass Du hörst.

    Darauf hoffe ich,
    wenn alles fraglich wird,
    wenn die Welt, das Leben, ich selber
    auf einmal verrücktspiele:
    dass Du hörst.

    Dass Du hörst
    meine Sorgen und Ängste,
    meine sprachlosen Klagen
    und das Gebet
    aller Fremden, Witwen und Waisen dieser Welt.

    Dass Du sie hörst,
    selbst dann, wenn sie verstummen,
    wenn ihr Leid die Sprache verschlägt -
    ihnen, anderen, mir.

    Du lässt es an Dich heran,
    wenn niemand es mehr hören kann.


    Weil Du sie hörst,
    will ich nicht schweigen,
    will ich für sie, von ihnen, mit ihnen sprechen
    und selbst zum Ohr werden wie Du.
                                                                               (Thorsten Latzel)    










    Grußwort zum 29.3.20

    Liebe Leserinnen und Leser,

     

    das kennen wir alle, manchmal lassen wir ein Trinkglas oder einen Teller fallen und die Sachen gehen kaputt. Sie werden zu Scherben, weil sie aus zerbrechlichem Material sind, Glas, Porzellan oder ähnliches. Meistens werfen wir solchen Geschirr dann weg! Das Kleben sieht nicht gut aus, die Risse würden Flüssigkeiten eventuell nicht aufhalten oder es lohnt sich einfach nicht. Ein neues Glas ist günstig zu kaufen…

    In Japan sieht das ganz anders aus, hier wird mit zerbrochenen Teilen oft in anderer Weise umgegangen.

    In Japan gibt es die KINTSUGI-Tradition. KINTSUGI ist eine Technik, bei der Sprünge und Risse in Geschirr mit Gold repariert werden. Scherben mit flüssigem Gold wieder zusammengesetzt werden. So wird ein Gegenstand nicht nur geklebt, er wird sogar veredelt, aufgewertet, zu etwas Besonderem. Und gleichzeitig wird der Schaden nicht vertuscht oder unsichtbar gemacht.

    Ich finde das eine tolle Sache. Und sieht solch ein Gefäß nicht richtig einzigartig und kostbar aus?

    In diesen Tagen muss ich immer wieder an KINTSUGI denken.

    Corona beschädigt unseren Alltag, unsere Kontakte, die Gesundheit vieler. Unser Leben, wie wir es kennen, ist kaputt.

    Nicht alles werden wir reparieren können. Man wirtschaftlicher Ruin wird vielleicht nicht wieder zu beheben sein. Wenn Menschen gestorben sind, kommen sie nicht zurück!

    Aber ich denke, es lässt sich so mancher Schaden mit Gold ausbessern.

    Das hat ja auch schon gut angefangen:

    Wir sehen uns nicht mehr regelmäßig, nein, wir sind uns räumlich eher ziemlich fern. Aber wir haben Kontakt zueinander, vielleicht sogar viel intensiver und freundlicher als je zuvor.

    Da erwächst Kreativität, Jung und Alt entwickeln Projekte mit und für einander.

    Moderne Medien sind ein großes Glück und werden immer wichtiger und intensiv genutzt. Ich hatte zum Beispiel meine erste Videokonferenz und heute Abend spielt die Großfamilie gemeinsam online. Und alte Medien erfahren eine Renaissance. Wie schön ist es einen Brief oder eine Postkarte zu bekommen, die Großeltern freuen sich über einen Telefonanruf.

    Und auch unsere Gedanken können einen Goldstreif bekommen. Denken wir mit Freude und liebevoll an die, die wir mit realen Medien nicht mehr erreichen können.

    Und wer möchte, legt ihr Geschick in Gottes gnädige Hand.

     

    Einen gesegneten Sonntag und eine behütete Zeit  
    wünscht     Alexandra Neserke

     






    Grußwort zum 22.3.20





    10 Gebote für die Corona-Zeit

    Du sollst deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe. Übe dich in „liebevoller Distanz“. Auf deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen zu achten ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.

    Du sollst nicht horten – weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gästeklo zu Hause.

    Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.

    Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fastenzeiten. Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.

    Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit. Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon. Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über dich selbst. Da macht man erst mal nichts falsch, und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.

    Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, halfen Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge füreinander. Das ist auch heute sicher hilfreich.

    Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben. Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den du selbst gern um dich hättest.

    Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen: Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten. Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht dich auch selbst frei.

    Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen. Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus dir und anderen herausholt.

    Du solltest keine Angst vor Stille und ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.                                                                                 Pfr. Dr. Thorsten Latzel

    Und wenn wir an der einen oder anderen Stelle nicht die Aktiven sondern die Bedürftigen oder Leidenden sind, dann dürfen wir das auch sein!     A.N.






    Er ist’s   
      Frühling lässt sein blaues Band
    Frühling lässt blaues Band
    Wieder flattern durch die Lüfte
    Süße, wohlbekannte Düfte
    Streifen ahnungsvoll das Land
    Veilchen träumen schon,
    Wollen balde kommen
    Horch, von fern ein leiser Harfenton!
    Frühling, ja du bist’s!
    Dich hab ich vernommen!
    (Eduard Mörike)